<<



Denise-Winter-Kunst-am-Bau-Bundesministerium_Atrium

 

Denise-Winter-Kunst-am-Bau-Bundesministerium_Atrium

 

Denise-Winter-Kunst-am-Bau-Bundesministerium_Atrium

Atrium. Wo das Schaf und der Wolf aus dem Pelz kamen.
2013, Buchevollholzplatten furniert mit Rohspanplatten, ca. 250 x 375 x 4 cm
Kunst am Bau im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV, heute BMEL), Berlin
beschränkter Realisierungswettbewerb

/ Atrium. Where the sheep and the wolf came out of the fur
2013, beech veneered with chipboard, approx. 250 x 375 x 4 cm
art in architecture in the Federal Ministry of food, agriculture and consumer protection, Berlin


Der für das BMEL adaptierte Lotteriesaal im Altbau wurde 1903 nach Plänen des Architekten Paul Kieschke für die ehemalige General-Lotterie-Direktion errichtet. Im Zuge der Herrichtung wurde 2013 für den mit Doppelsäulen und großen Fensteröffnungen gegliederten Raum im ersten Obergeschoss ein Kunstwettbewerb mit acht Teilnehmern durchgeführt. Gewünscht war eine Wandarbeit, die die Benutzbarkeit des Zugangsbereichs und des Veranstaltungs-raums nicht einschränkt und den spezifischen Nutzungsanforderungen gerecht wird. Denise Winter legte ihrem Beitrag „Atrium. Wo das Schaf und der Wolf aus dem Pelz kamen“ ein Foto des Atriums im Erweiterungsbau zugrunde, das sie transformierte und in ein Relief verwandelte, das wie eine Luftaufnahme landwirtschaftlicher Flächenstrukturen wirkt. In der Nahsicht erweist sich die Darstellung allerdings als Ergebnis unterschiedlich tiefer Ausfräsungen eines in Schichten aufgebauten Reliefs, dessen Kern aus einer furnierten Rohspanplatte auf Buchenholzgrund besteht. Die künstlerische Freilegung des vergleichsweise minderwertigen Spanplattenmaterials wie auch das Sichtbarmachen der darunterliegenden edleren Buchenschicht kann als Analogie zur Deklaration von Bestandteilen in Lebensmitteln und Produkten verstanden werden – ein Kernthema des Verbraucherschutzes, der bis zum Regierungswechsel in der Ressortzuständigkeit des BMEL war – während die Oberflächenstruktur eine lose Verbindung zu den anderen beiden Themen Ernährung und Landwirtschaft herstellt.

Text: Dr. Ute Chibidziura,
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) Berlin 2013

 

 

© Denise Winter I VG Bild-Kunst